Zazen und Qigong
 
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Da der größere Teil von euch auch Qigong macht, (nun) eine interessante Parallele zum Zen: In den höheren Stufen des Qigong spricht man vom Neidan, von dem alchimistischen Prozess, der letztendlich dazu führen soll, einen langes und gesundes Leben zu führen, wenn nicht sogar ein Unsterblicher zu werden. In der Anfängerstufe des Neidan sammelt man das Qi – die Lebenskraft – aus der Nahrung und aus der Atmung. In der nächsthöheren Stufe sammelt man das Qi aus der Natur, von Bäumen und Pflanzen, Bergen und Seen. In einer höheren Neidan-Stufe sammelt man die Energie aus dem Universum, von den Gestirnen, Planeten, aus dem ganzen Kosmos. Und die höchste Stufe von Neidan ist, das Sammeln ohne zu sammeln.
Ähnlich kann man das im Zen sehen, (oder) verstehen. Eine Form von Zen mag sein, erst mal wirklich nur auf seine Haltung zu achten. Das Einhalten der Position, das Sich-Innehalten und durch das Beibehalten der Position entspannen können, loslassen können. Die nächsthöhere Form, könnte man sagen, ist z.B. den Atem zu beobachten, die Atemzüge zu zählen. Eine weitere Stufe ist es, durch bestimmte Rezitationen, durch bestimmte Imaginationen oder durch das Lösen oder die Auseinandersetzung mit einem Koan Erleuchtung zu erfahren. Und die höchste Stufe ist Shikantaza, einfach nur Sitzen. -- Da sein. Sich nicht mit den Gedanken, die kommen und gehen, mit den Gefühlen, die kommen und gehen – identifizieren. Ja, sie wahrnehmen. Wie das Spiegelbild des Mondes, das sich im See spiegelt. Aber haltet nicht das Spiegelbild für den Mond.

mushin
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